Frage 1 von Christoph Schäfer

Wie beschreibt Hegel den Bildungsprozeß in der "Phänomenologie des Geistes"?

23.1.07 15:25

bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mustermann1 (23.1.07 15:31)
Hegel beschreibt den Prozeß der Bildung dialektisch als "Entfremdung von der Entfremdung". Entfremdung ist die Bewegung des sich selbst Wirklichkeit gebenden Subjekts, beinhaltet demgemäß also eine SELBSTentfremdung, die erst durch die Entfremdung von der Entfremdung in ein höheres Erkenntnisniveau überführt werden kann.


Mustermann2 (23.1.07 15:37)
Was Mustermann1 sagt, stimmt schon. Darüberhinaus beschreibt Hegel den Bildungsprozeß aber auch als negative Arbeit. Richtig verstanden habe ich das aber nicht. Wieso "Arbeit"?


Musterfrau1 (23.1.07 15:51)
"Arbeit" deshalb, weil Hegel die Mühsal der Erkenntis als "Arbeit" auffaßt, als begriffliche Arbeit. "Negativ" deshalb, weil der Prozeß des Sichbildens von Hegel als ein Heraustreten aus der eigenen Selbstheit in die Allgemeinheit beschrieben wird. Bildung ist insofern die ständige Negation des Selbst mittels begrifflicher Arbeit.


Musterfrau2 (23.1.07 15:54)
Was Musterfrau1 geschrieben hat klingt überzeugend. Hegel spricht ja auch von Bildung als einem "Aufstieg des Selbstbewußtseins zum objektiven Wissen". Dieses Heraustreten aus der unmittelbaren Gewißheit ist dann das negative Element der prozeßhaften Bildung.


reitemeyer (24.1.07 18:32)
musterfrau3
ich finde den Diskurs gut, er scheint den Nagel auf den Kopf zu treffen.

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